1528 Menschen pro Hafen

Hameln. Eine Aufwertung des Weserufers, wie es die Stadt plant, ist für Reiner Olias ohne Hafen unvorstellbar. Denn für ihn, für den Hamelner Hafenverein und für mehr als 1500 weitere trägt der Hafen schon jetzt wesentlich zum Wert des Weserufers bei. Um zu verhindern, dass der Hafen einer teilweisen Verschüttung zum Opfer fällt, haben 1528 Menschen, davon 914 Hamelner, eine vom Hafenverein initiierte Petition unterschrieben, der zufolge der Hafen in seiner jetzigen erhalten bleiben soll.

Der Vorstand des Hafenvereins hat die Unterschriftensammlung am Mittwoch an Oberbürgermeister Claudio Griese überreicht. Dabei zählte Reiner Olias, der zweite Vorsitzende, noch einmal die Gründe auf, die für den Erhalt des Hamelner Hafens in seiner jetzigen Form sprechen. Das Hafenbecken stelle einen Teil erhaltenswerter Hamelner Geschichte dar, es sei ein kostbares Stück Natur, in dem viele verschiedene Tiere, wie etwa der Eisvogel, Fledermäuse und sogar Schildkröten, heimisch geworden seien. Um diese Natur- und Tierwelt zu erhalten, sei 2002 der Hafenverein gegründet worden, der darüber hinaus Jugendlichen auf seinem vereinseigenen Hausboot die Möglichkeit zum Musikmachen biete, regelmäßig Konzerte veranstalte und einmal im Jahr das Hafenfest auf die Beine stelle. Auch für Angler und Wassersportler sei der Hafen ein beliebtes Ziel. Touristen fänden den Hafen ebenfalls interessant. Trotzdem habe der Hafen immer noch, selbst unter Hamelnern, den Charakter eines Geheimtipps. „Viele kennen ihn gar nicht“, merkte Olias an. Ein Umstand, der maßgeblich auf die bislang eher unscheinbare Zuwegung zurückzuführen sei.

Oberbürgermeister Griese, der sich in der Vergangenheit wiederholt gegen eine Verfüllung des Hafens ausgesprochen hat, bezeichnete die Unterschriftensammlung als „massive Meinungsbekundung“ und befand sie für „beachtlich“. „Ich danke Ihnen für diesen Einsatz“, sagte Griese nicht ohne anzumerken, dass die Entscheidung über die Zukunft des Hafens am Ende vom Rat der Stadt Hameln getroffen werde. Und auch wenn er eine Teilverfüllung ablehne, so müsse doch eben auch der Hochwasserschutz berücksichtigt werden. Die Frage, die noch zu klären sei, sei wie.

Auf jeden Fall solle die Frage erweitert werden, sodass die Politik nicht nur die Wahl zwischen Teilverfüllung oder Hochwasserschutzwand habe. Neben dem Hochwasserschutz sollen dabei auch der Uferbereich und die Gewerbetreibenden berücksichtigt werden. Der Stadtentwicklungsausschuss soll darüber am 21. August beraten.