Von Jens F. Meyer

Im Katalog eines Konsumgüterunternehmens, das früher eigentlich nur Kaffee verkaufte und heute auch alles andere, fand ich folgende Überschrift: Urban Outdoor Gardening. Abgesehen davon, dass es ein wahrhaftiges Indoor Gardening kaum geben dürfte, fällt mir das Wort Urban auf; „urban“ (gespr.: örben) ist wie „hygge“ (hügge) – ich kann mit beidem wenig anfangen, aber im täglichen Sprachgebrauch werden sie häufig verwendet. Achten Sie mal drauf: Typen, die voll auf „urban“ abfahren, fühlen sich immer hygge. Und sie tragen gerne Klamotten in mauve (moof). Gelb, rot, blau ist bekannt, an Mauve als Farbton musste ich mich aber lange Zeit gewöhnen. Es gibt viele Spielarten davon. Hyggelig finde ich keine.

Hyggelig bedeutet „gemütlich“, „angenehm“, „nett“. Kommt aus dem Skandinavischen. Nun ja, die haben dort lange Winter, ein Erlebnis, das also ausgesprochen örben sein dürfte, weshalb man es sich am Feuerchen hyggelig macht. Warum Hygge und hyggelig mittlerweile sogar im Duden gelandet sind, tja, Sprache entwickelt sich eben. „Cool“ ist da ja dereinst auch gelandet. Wer cool heute noch nutzt, ist aber schon wieder voll uncool. Das neue Wort für cool heißt – sagt jedenfalls der Duden für sinn- und sachverwandte Wörter – nämlich: fantastisch oder großartig.

Ich hatte mich just an cool gewöhnt. Egal, mach‘s mir jetzt hyggelig. Schönes Wochenende.