Höret, sehet, fühlt, Ihr Jünger des Metals, Ozzy ist auferstanden aus Ruinen, raus aus der düsteren Gruft und abermals kometenhaft ins grelle Licht des Wahnsinns geschossen. Die Augen weit aufgerissen, Zähne fletschend, wie ein Haifisch, der sich ’nen Surfer schnappen will. Mit dem 2022er Album „Patient Number 9“ beißt Ozzy kraftvoll zu wie ehemals zu Zeiten, als die Horde von Black Sabbath unsere Straßen unsicher machte: Eine Goldscheibe mit Fünf-, Sechs-, ja gar Sieben-Minuten-Stücken, in denen Weggefährten wie Tony Iommi und Jeff Beck ihre Saiten in Flammen zu setzen scheinen, um ihm, dem ewig lädierten Meister der Finsternis, zu huldigen. Ein Solo folgt dem anderen; Rauch steigt auf, explosives Soundgemenge! In „One of those days“ knüppelt Patient Nummer 9 tiefschürfend auf seine innere Zerrissenheit ein, die aus äußeren Umständen zu erwachsen scheint. Wie anders ist es zu verstehen, wenn von „Unordnung und brennenden Nationen“ die Rede ist und abermals einer dieser Tage quälend auf der Seele liegt, an denen er nicht an Jesus glaubt. Einer dieser Tage … Verstand verloren. Er tötet sich selbst, stirbt aber nie, singt Ozzy verstörend.

Hey, hey, have I lost my mind?
Killing myself but I never die
It’s one of those days that I don’t believe in Jesus.

Worte wie mahnende Bombentrichter. Fettes Schlagzeug hagelt harsch, und Eric Claptons Gitarrenspiel legt sich wie eine grinsende Anakonda um Ozzys quälende Rumpelröhre. Der Teuflische reitet – das Video zeigt‘s – schlussendlich auf einem Totenkopf mit Adlerflügeln durchs Nichts, um im All zu verglühen. Aber schon ohne Filmchen: ein beinahe episches Werk, dessen Kraft Panzer zu zerstören und Raketen abzuwehren in der Lage ist. Schicken wir‘s um die Welt, damit es Frieden schafft und allen in den Arsch tritt, die genau das Gegenteil wollen. Und verneigen wir uns vor Ozzy, dessen Kajal niemals schwärzer war und der hier Hoffnung nährt, obgleich er den Glauben verloren zu haben scheint. Genial gemacht!