Von Meike Schaper
Chicken or Pasta? Wenn diese Frage erklingt, bricht das Gaumengrauen bei mir aus. Denn sie kommt aus dem Mund einer Stewardess (Verzeihung: Bordbegleiterin) und kündigt das Mahl im Flieger an, das den Passagier für die kommenden neun Stunden sättigen soll. Was der Speisenauswahl meist aber leider nicht gelingt.
Das Problem ist nicht die Menge, sondern die nicht vorhandene Würze. Dabei wird doch in jeder Doku über Essen über den Wolken erwähnt, dass sich in hoher Höhe die Geschmacksknospen des Menschen verändern, die Speisen daher kräftiger gesalzen und gepfeffert sein müssen als am Boden. Warum weiß es jede Doku, scheinbar aber nicht der Koch der Airlines?
So stocherte ich auf dem Flug über den Großen Teich mal wieder in meinen Nudeln herum. Fad wie noch was, die Möglichkeit des Nachwürzens bestand nicht, also Augen zu beziehungsweise Mund auf und durch. Aber was erspähten meine Augen? Da gab es noch ein Schälchen mit Bulgur-Salat – gewagt! Gekonnt? Meine Gabel stieß voller Hoffnung hinein, der Inhalt berührte meine Zungenspitze. Hm. Ich korrigiere: optisch Bulgur, geschmacklich Pappe. Vielleicht macht es das Dessert wieder wett? Mit so einem Stückchen Kuchen kann man doch nichts verkehrt machen, oder? Doch. Was im deftigen Essen zu wenig an Salz war, fand sich hier als „Ausgleich“ in zu viel Zucker wieder.
Hach…, nur noch acht Stunden bis Atlanta. Nur noch acht Stunden bis zu kulinarischen Höhenflügen – bodenständigen!