Von Jens F. Meyer
Mäuse waren eines von Uli Steins Lieblingsmotiven. Sie sind stets Hauptdarsteller des Cartoonisten gewesen. 50 seiner Werke werden jetzt im Kurpark Bad Pyrmont ausgestellt. Die Gastronomie hat sofort reagiert, um Mäuse zu machen. Unter anderem gibt’s ein „Kleines Mäusegedeck“. Nager gegrillt oder in Aspik – man weiß es nicht … (doch, man weiß es, aber hier wird’s nicht verraten, sonst müsste ja keiner mehr den Artikel auf Seite 5 lesen). Gibt’s eigentlich noch die Rattenschwänze in Hameln?
Erfahrungen zeigen jedenfalls, wie man echte Mäuse fängt, um sie quasi ins Mausoleum zu befördern. Hausbesitzer wissen: nicht unbedingt mit Speck, das ist nur so eine Redensart. Und Käse, ja, das funktioniert wohl, aber es kommt auf die Sorte an. An Billigkram aus dem Discounter gehen sie nicht ran, das ist sicher. Gerüchten zufolge sollen sie bei zu viel schlechtem Käse sogar die Flucht ergreifen – womit wir nagergeplagten Haus- und Gartenbesitzer immerhin auch zum Ziel kommen würden. Experten zufolge lieben Mäuse aber auf jeden Fall Schokolade, Nuss-Nougat-Brotaufstrich, Erdnussbutter, Walnüsse oder Schokoriegel mit Nüssen. Womit endgültig geklärt wäre, dass ich eine Maus bin. Ich hatte es geahnt.
Wobei der lukullische Reigen ja nicht am Süßkram enden muss. Uli Steins Schweine sind genauso witzig. Mein Favorit: Vater Schwein fragt Sohnemann Ferkel: „Und was willst Du mal werden, wenn Du groß bist?“ Die Antwort des Kleinen lautet: „Wurscht“. Ist sicher kein Favoritencomic für Vegetarier, aber ein kleiner Wink an alle Imbissbetreiber in und um Bad Pyrmont herum. Marketing ist alles!