Von Meike Schaper

So, endlich wieder Zug fahren. Einmal Stuttgart-Hannover. Ein Blick auf die Anzeigetafel am Hauptbahnhof der Schwabenhauptstadt: 10 Minuten Verspätung. Ist noch im Rahmen, fast normal. Ich hole mir noch Wegzehrung.

Mümmelnd geht der nächste Augenaufschlag zur Anzeige: 15 Minuten. Ich gehe schon mal zum Gleis. Durchsage: „Information zu ICE 596: ursprüngliche Abfahrt: 14.51 Uhr, heute circa 20 Minuten später.“ Na, wenn das so weitergeht… Ich warte geduldig. Nächste Durchsage: „Information zu ICE 596: heute abweichend von Gleis 9.“ Oh Wunder, der Zug fährt ein!

Kaum eingestiegen, die nächsten Hinweise: Weder WLAN funktioniert noch können Sitzplatzreservierungen angezeigt werden. Natürlich sitzt jemand auf meinem reservierten Platz. „Sorry…“ Mit 25-minütiger Verspätung setzt sich der Zug schließlich in Bewegung – mit gefühlten 42 km/h. Ist ja auch nur ein Intercity EXPRESS. Egal, der Waggon ist klimatisiert; ich muss nicht stehen, wie die Hälfte der Fahrgäste, die aus einem liegen gebliebenen ICE aufgesammelt wurden.

Der Zug bremst weiter ab und hält im Bahnhof Vaihingen. Nanu? Nach etlichen Minuten Stillstand dann eine Durchsage: „Wir haben eine technische Störung.“ Aha. So wie der ICE, der parallel zu uns auch stehen geblieben ist? Merkwürdig. Ist es vielleicht eher ein Problem auf der Strecke? Irgendwann setzen wir unsere Fahrt fort. Nur das mit dem Tempo… Statt nach einer halben Stunde erreichen wir Mannheim mit 75-minütiger Verspätung. Wo die Minuten hin sind, weiß ich bis heute nicht. Ende der Durchsage.