Huey Lewis bezeichnet den Thin-Lizzy-Klassiker „The boys are back in town“ als den Song, der ihn in einer Hommage an seinen verstorbenen Freund Phil Lynott zum Weinen brachte. Lewis und Lynott waren sich in Europa begegnet, als der junge Huey mit einer ersten Band Clover im Vorprogramm der angesagten Lizzys spielte. So klein ist die Welt. Huey & The News kamen später groß raus, Thin Lizzy hingegen verschwand in der Versenkung.
Aber die Jungs sind zurück in der Stadt, immer wieder. Bei Partys, in verrauchten Clubs und auf den Highways der Erinnerungen: „The boys are back in town“, 1976 ein Top-Ten-Erfolg für Phil Lynott und die Seinen, muss keinen Platz für moderne Beats räumen; diese Nummer der irischen Hardrocker klingt wie ein Klassentreffen. Oder wie ein Showdown in Western-Manier: Seht, da reiten sie einher, unsere Wilden, die wir lange nicht gesehen haben. Mit Ecken und Kanten versehen, kraftvoll im Ausdruck und in rauer Schale, kleidet es die Tanzfläche aus. Gibt‘s so was heute noch …?
You know that chick that used to dance a lot.
Every night she’d be on the floor, shakin‘ what she’s got.
Ist natürlich ein Kerle-Song. Wohlsituierte Singer-Songwriter von heute würden Zeilen, die darauf hindeuten, dass „das Mädchen auf der Tanzfläche lag und schüttelte, was sie hatte“, mit der Kneifzange nicht anfassen. Darin liegt ja das ganze Glück dieses Stücks für alle, die nicht dauernd nach political correctness glotzen. Es ist nur Rock‘n‘Roll and I like it!