Von Jens F. Meyer
So, Freunde, der letzte Freitag im September ist seit 1999 hochoffiziell der Tag des deutschen Butterbrotes. Also quasi ist oder war er gerade. Noch vierundzwanzig Stunden zuvor outete ich mich, dass mir meine Stullen, die meine Beißerchen jeden Tag gegen 13 Uhr am Schreibtisch mit Wonne zermölmern, von meiner lieben Gattin geschmiert werden. Und zack – urplötzlich sagen gewisse Freunde mir nach, dass ich genau das Gegenteil dessen bin, was sie eigentlich von mir gedacht hatten. O-Ton: „Also, ernsthaft, Du bist … ja, also sowas von … das ist … na ja, hätte ich nicht wirklich … angenommen …“
Danke, ich mag klare Aussagen. Was sie eigentlich meinen, ist, dass ich ein kleinkrämiger, chauvinistischer Traditionsbüdel bin, der an seiner Gewohnheit festhält, die tägliche Bemme von seiner ihm Angetrauten, die ich hier ausdrücklich nicht als Schnitte bezeichnen möchte, bestreichen und belegen zu lassen. Ich frage nun in die große Runde der HALLO-Leserinnen und Leser: Was ist so schlimm daran?
Ich habe meine Frau niemals dazu gezwungen, sie hat das freiwillig mal so gemacht vor mehr als zwanzig Jahren, und dann hat sich das eben so eingespielt. Es ist aus Liebe geschehen und funktioniert bis heute. Wir sind ein perfektes Team. Ja, ich möchte in die Welt hinausrufen, dass der Tag des deutschen Butterbrotes weniger dem Brot und der Butter nützt, sondern vielmehr die Botschaft verbreitet, dass eine gute Ehe gewiss daran erkennbar ist, wie man sich gegenseitig versorgt. Denn natürlich trage auch ich meinen Teil dazu bei, dass meine Frau den lukullischen Genüssen frönen kann, dann, wenn ich wieder zurück bin von der Arbeit und eine Flasche Wein öffne. Schönes Wochenende.