Gibt es einen Song, in dem die E-Gitarren düsterer klingen als in Black Sabbath’s „Iron Man“? Vermutlich nicht. Ich darf den Song gerade selbst spielen und freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich meine Finger über die Saiten sliden lassen darf. Nicht zu schnell und am besten auch nicht ganz im Rhythmus, schön schwer und schleppend, etwas verzögert, als würde man den anvisierten nächsten Gitarrenbund nicht treffen wollen – herrlich!

Und auch sonst ist das Stück einfach genial. Mit den stark verzerrten Worten „I am Iron Man!“ leitet Ozzy Osbourne den Song ein. Trotz des Titels bezieht sich der Name Iron Man übrigens nicht auf den fiktiven, gleichnamigen Superhelden. Der Text handelt indes von einem Mann, der eine Zeitmaschine erfunden hat und nach einer Zeitreise feststellt, dass die Menschheit vor der Apokalypse steht. Er wird durch ein Magnetfeld in einen Menschen aus Eisen verwandelt, den „Iron Man“. Nachdem niemand seine Warnungen hören will, nimmt er Rache, indem er Menschen tötet. Er versucht ursprünglich Gutes zu tun, tut aber Böses.

Der Song, auf dem legendären Album „Paranoid“ erschienen – nach Meinung vieler Musiker das auf die Entwicklung des Heavy Metals einflussreichste Album überhaupt –, wurde von Ozzy Osbourne, Tony Iommi und Bill Ward geschrieben, der Text stammt von Geezer Butler. Im Juli 2000 erhielt die Band für die Nummer den Grammy Award for Best Metal Performance. Warum so spät? Immerhin stammt das Stück aus dem Jahr 1970! Und jetzt: Augen zu und Ohren auf – der „Iron Man“ geht ab!