Von Jens F. Meyer
Neulich im Café am Nebentisch ein Gespräch belauscht und das hier aufgeschnappt: „Da wird doch der Hase in der Pfanne verrückt.“ Ich musste lange über diesen Satz nachdenken, ein Zitat, wie in Stein gemeißelt. Einfach den Hund gegen einen Hasen getauscht, ohne sich etwas anmerken zu lassen. Als ob das normal wäre. Normal wäre der Köter, nicht Meister Lampe, wissen wir alle.
Was mir daran so gefällt: die Halbwertszeit von Sprüchen. Ich finde es seither ganz normal, wenn jemand zwei Klappen mit einer Fliege schlägt, gut, es muss eine große sein, ein echter Brummer, aber sprachlich funktioniert‘s, wenn man es persuasiv rüberbringt. Man muss das im Brustton der Überzeugung sagen, auch dies hier: „Wir sollten Köpfe mit Nägeln machen.“ Pokerface und Punkt. Köpfe mit Nägeln, ja, sollten wir machen, wir sollten unsere Phrasen an den entscheidenden Stellschrauben ziehen; wer das tut, rennt bei mir offene Arme ein, ich hab was übrig für Sprache. Es geht darum, den Sand in den Kopf zu stecken und zu wissen, wo der Hase die Locken hat. Alle an einem Strick schieben, das mag ich, das bringt uns voran, sowohl auf der Arbeit als auch privat. Und ach, du meine Grüne, bevor ich es vergesse, wollte ich noch Folgendes mitteilen: Wer im Steinhaus sitzt, sollte nicht mit Gläsern werfen. Und umgekehrt, irgendwie auch … Schönes Wochenende.