Von Jens F. Meyer

So, Freunde, das nenne ich eine „berauschende“ Nachricht: Mit 132 Weinflaschenkorken kann man ein schönes, gut gedämmtes Vogelhaus bauen! Haben Tüftler und Trinker ausprobiert. Völlig egal, was man sich hinter die Binde kippt, ob Riesling, Gewürztraminer oder Cabernet Sauvignon: Man tut was Gutes für die Natur. Nur wer im Winter vorgeglüht hat, vermag die Promille-Immobilie auch zielführend mit Beginn des Frühlings aufhängen zu können. Für die anderen wird’s ein strammes Programm: Ab jetzt stets ein’n in der Krone haben (damit ist nicht der Baum gemeint) und sich richtig einen zwitschern! Die steigenden Corona-Zahlen, der Ukraine-Krieg, das übrige alltägliche Dilemma – Gründe gibt‘s wirklich mehr als genug.

Gewissermaßen ist das hier eine notgedrungene Trunkenheit für den Naturschutz. Es gibt Schlimmeres. Alkoholfreien Wein zum Beispiel und Sekt, gänzlich ohne Umdrehungen. Der Zweck heiligt aber die Mittel. Solange also Datschen für Drosseln, Häuschen für Hakengimpel und Buden für Blaumeisen dabei herauskommen, wäre selbst Wasser voll okay. Wenn’s denn verkorkt wäre. Weinflaschen mit Schraubverschluss, immer beliebter, spielen in diesem Bauprojekt logischerweise keine Rolle. Korken tauchen meistens erst in höheren Preissegmenten auf. Wird ’ne Luxusimmobilie.

Ich öffne jetzt ein Fläschchen, man muss was tun für die Umwelt. Schönes Wochenende allerseits.