Von Jens F. Meyer

Jenes Internetportal, über das ich meinen E-Mail-Account laufen lasse, liefert mir täglich überdrehte Nachrichten aus aller Welt in der Hoffnung, dass ich draufklicke. Gut, das ist eine allgemeingültige Vorgehensweise in der virtuellen Welt, daran kann man nichts ändern. Nun haben die Redakteure versucht, mir und Millionen anderen Nutzern, die sich in diesem Genre User nennen, die Birne als neu entdecktes Superfood zu verkaufen. Grund: Ballaststoffe, Vitamine A und C und B1 und B2, Gerbstoffe, Calcium, Magnesium, Phosphor. Ich hab‘s mir in der Tat durchgelesen, komme aber zu der Erkenntnis, nicht wirklich viel Neues erfahren zu haben. Trotzdem gut. Ich fühle mich nämlich immerhin mehr als zuvor darin bestätigt, dass aus China und sonstwoher kommende Superfood-Gojibeeren und Konsorten Unsinn sind. Wir haben hier Birnen. Und Äpfel. Reicht!

Deshalb freue ich mich über die Erntezeit, in der „komische Früchte“ zusätzlich bei der HALLO-Aktion zu Ehren kommen. Ich halte auch Ausschau. An diesem Sonntag beim Apfelfest des Naturschutzbundes in Brünnighausen (Steinweg 8, ab 14 Uhr), wo es viele Sorten zu kosten gibt. ’Schneeapfel‘, ’Goldparmäne‘, ’Fameuse‘. Famos, die Vielfalt. Kein Super-, sondern Supersupersuperfood! Meine persönliche Anti-Goji-, Papaya- und Açaí-Challenge, weil für Äpfel und Birnen keine Schiffe und Flugzeuge in Bewegung gesetzt werden müssen. Denn am Ende eines Tages sollten wir uns immer die Frage stellen, ob wir dazu beigetragen haben, die Welt ein bisschen besser zu machen, anstatt ’ne Green-Washing-Show zu veranstalten. Gilt übrigens auch für Politiker, die sich an diesem Sonntag der Wahl stellen. Nur mal so nebenbei bemerkt …