Von Meike Schaper

Mein Friseur kann nicht nur mit Haaren, sondern auch mit Fleisch. Ich möchte behaupten, er ist ein wahrer Grillmeister. Und weil er weiß, dass ich ebenfalls ein Fleischfresser bin, erzählt er mir bei jedem Termin, welche Leckerei er zuletzt zubereitet hat – samt entsprechenden Fotos auf seinem Handy.

So saß ich neulich wieder sabbernd auf dem Friseurstuhl, als ein weiterer Kunde zur Tür hereinkam, neben mir Platz nahm und uns verstummen ließ: Er erzählte, dass er seit einigen Wochen vegan lebt. Und dann begann sich mein Gedankenkarussell zu drehen.
Vegane und vegetarische Produkte und Gerichte sind ja schön und gut. Ich selbst habe meinen Fleischkonsum seit längerer Zeit stark heruntergefahren und genieße nur noch ab und zu einen Burger oder ein Steak. Im Optimalfall weiß ich auch, woher das Fleisch davon stammt. Über die Jahre habe ich auch immer mehr Alternativen ausprobiert, Gerichte mit Gemüse kreiert. Kartoffeln, Reis, Nudeln dazu – lecker!

Aber muss ich diese Kreationen dann so nennen wie Fleischgerichte? Wenn ich Gemüse esse, dann esse ich Gemüse. Warum denken sich Veganer und Vegetarier nicht einfach neue Namen für ihre Speisen aus? Muss es immer eine vegane „Wurst“ sein oder das Soja-„Geschnetzelte“? Einfallslos oder Geschmacksknospenmanipulation? Man weiß es nicht…

Ich werde mal in mich gehen und mir ein paar coolere Namen überlegen. Aber erst, nachdem ich meine Mettmöhre gegessen hab – medium, versteht sich!