Tanz aus der Reihe!

Hameln (mes). „Der Tanz ist ein Gedicht und jede seiner Bewegungen ist ein Wort“ – sagte einst schon Mata Hari. Das Theater Hameln widmet sich intensiv der besonderen Kunstform Tanz – diesen Monat bereits das achte Mal. Die Hamelner Tanztheatertage werfen ihre Schatten voraus und laden von Freitag, 24. März, bis Samstag, 1. April, ein zum Staunen und Genießen.

Tanztheater bezeichnet eine Kunstform des Tanzes, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts herausbildete. Im Gegensatz zum klassischen Ballett mit seiner hochstilisierten, traditionellen Bewegungssprache arbeitet das Tanztheater mit experimentellen Bewegungselementen und sucht nach genreübergreifenden neuen Formen für die tänzerische Darstellung. Dabei wird der theatralische Aspekt stark betont.

So auch bei „Romeo und Julia“. Wer kennt nicht diese ans Herz gehende Geschichte? Die Kinder zweier verfeindeter Familien verlieben sich ineinander, doch endet diese Liebe tragisch. Die vielleicht größte Liebesgeschichte aller Zeiten berührt Publikum und Künstler immer wieder aufs Neue und kommt in Hameln Freitag, 24. März, 20 Uhr als modernes Tanztheater auf die Bühne. Zur Musik Sergej Prokofjews zeigt Hans-Henning Paar eine für das TanzTheater Münster erarbeitete Version seiner Choreografie der schicksalhaften Liebesgeschichte. Paar nutzt die Ausdruckskraft des zeitgenössischen Tanzes für seine zugleich einfühlsame und ungemein kraftvolle tänzerische Interpretation und hält sich dabei eng an die Vorlage Shakespeares. Bei den 5. Hamelner Tanztheatertagen begeisterte das TanzTheater Münster bereits mit der Choreografie zu „Das Schloss“ von Franz Kafka.

Weiter geht‘s Sonntag, 26. März, 18 Uhr mit dem 2014 von Dortmunds Ballettdirektor Xin Peng Wang mit Unterstützung der nordrhein-westfälischen Landesregierung gegründeten NRW-Juniorballett. Es besteht aus zwölf besonders talentierten Absolventen von Tanzakademien aus aller Welt und ist dem Ballett Dortmund als Ballettzentrum angegliedert. Neben der Weiterbildung in Form von Blockseminaren und der Bühnenpraxis liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Entwicklung eigener Produktionen. International renommierte Choreografen erarbeiten mit der Company ein spezielles Gastspielprogramm mit großer Bandbreite, das Tanz innovativ erleben lässt.

Mittwoch, 29. März, 20 Uhr darf sich das Publikum auf eine faszinierende Symbiose aus Tanz, Musik, Licht, Poesie, aus meditativen Abschnitten und eindrucksvollen Visionen freuen. Denn dann ist Rioult Dance New York mit neuem Programm zu Gast. Der frühere französische Leichtathlet Pascal Rioult ist einer der wichtigsten Choreografen des New-Modern-Stils und überrascht in seinen Choreografien mit klaren Linien, Dynamik und gekonnter Raumaufteilung. Seine Company setzt den fulminanten Mix aus Modern Dance und klassischer Musik mit perfektem Timing, Disziplin und höchstem tänzerischen Können um. Rioult Dance NY ist gern gesehener Gast bei Theatern und Festivals in den USA und auf ausgedehnten Tourneen weltweit begeistert das Ensemble sein Publikum jetzt bereits seit 20 Jahren.

Den Abschluss der 8. Hamelner Tanztheatertage bildet die Danish Dance Company am Samstag, 1. April, 20 Uhr. Mit „Black Diamond“ zeigt Tim Rushton eine Choreografie, die in einem abstrakten Universum angesiedelt ist, und in der Form und Ästhetik tongebend sind. Black Diamond zeichnet sich durch die ganz besondere Verbindung von klassischem Ballett mit modernem Tanz aus. Intime Präsenz vereint sich mit einer sinnlichen, energetischen Choreografie. „Black Diamond“ ist wie die große Sehnsucht nach Juwelen: prickelnd, funkelnd, leuchtend und erotisch!

Also dann: Vorhang auf und Bühne frei für die vier ganz unterschiedlichen Tanzensembles!