Integration gelingt besser mit einheimischer Hilfe

Bad Pyrmont (ti). Flüchtlinge aus verschiedenen Herkunftsländern leben inzwischen in Bad Pyrmont. Sie sind wahrnehmbar an ihrem Aussehen, an der Sprache, an ihrer Kleidung. Sie gehören inzwischen zum alltäglichen Stadtbild und so vermittelt sich allmählich das Gefühl, als sei im Verlaufe der Zeit alles im Fluss: eingelebt in den neuen Wohnverhältnissen und mit den neuen Nachbarn, in Sprachkurse eingebunden, über Praktika und Berufs- oder Ausbildungsvermittlung an Beschäftigung herangeführt.

Doch im Detail betrachtet, trügt der Schein. Manche der hier in Bad Pyrmont lebenden Flüchtlinge warten sogar nach mehrjährigem Aufenthalt immer noch auf eine Entscheidung des Bundesamtes oder haben noch nicht einmal ihre Anhörung im Asylverfahren erlebt. Gerade die lang anhaltende Ungewissheit belastet psychisch und hindert Integrationsbemühungen. Um Möglichkeiten und auch Notwendigkeiten zum Nutzen dieser Wartezeit aufzuzeigen, hatte die Initiative Arbeit und Integration (AIBP) zwei junge Frauen eingeladen, die speziell hier lebenden afghanischen Flüchtlingen Tipps gaben.

So konnte die Mitarbeiterin des Niedersächsischen Flüchtlingsrates, Luara Rosenstein, eine größere Zahl interessierter Frauen und Männer im Quäkerhaus erreichen und informieren. Das gelang ihr in hervorragender Weise, da sie Unterstützung von der aus dem Iran stammenden Noushin Mohammadpour Naeim bekam, die ausgezeichnet und geduldig dolmetschte.

Den ausgesprochenen Erfahrungen der Flüchtlinge konnten die beiden Akteurinnen entnehmen, dass nicht wenigen der Spracherwerb in Deutschkursen äußerst schwerfällt, insbesondere, wenn sie zum Beispiel aus dem arabischen Sprachraum kommen und eine gänzlich andere Schrift erlernt haben.

Förderlich beim Erlernen der deutschen Sprache wirken im Alltag Kontakte zu Einheimischen, die den Flüchtlingen bei Behördengängen, dem Erledigen von Schriften oder beim Einkaufen helfen, ihnen mit Hinweisen den Alltag in unserer Gesellschaft erleichtern und allein durch Gesprächskontakte im Spracherwerb weiterhelfen können. Kontakte zu Einheimischen ermöglichen auch die alle 14 Tage stattfindenden Treffen im Café Willkommen.

Freitag, 11. August, findet ab 16 Uhr das öffentliche Plenum statt. An der Flüchtlingsarbeit Interessierte sind willkommen. Und wer sich traut, mit Flüchtlingen gemeinsam die deutsche Sprache zu üben, meldet sich bei Gülseren Aybay (AIBP), Telefon: (05281) 608297.