Kurz vor Fristende kamen noch Bewerber

Hameln (ll). Auf den letzten Drücker hat es jetzt doch noch weitere Angebote für die Nachnutzung des Wienwerwald-Gebäudes am Bürgergarten gegeben. Vier Angebote werden geprüft, sagt Hamelns Stadtsprecher Thomas Wahmes.

Die Frist, um sich für die städtische Ausschreibung zu bewerben, war am 30. September abgelaufen. Zwei Tage vor Fristende hatte es nur einen konkreten Interessenten gegeben. Drei Bewerber sind nun kurzfristig hinzugekommen. Bei einem dieser Angebote handelt es sich um die „Bürger-Genossenschaft Café am Ring“.

In den Ausschreibungsunterlagen gibt die Stadt ihre Kaufpreisvorstellung für Gebäude und Grundstück mit 400000 Euro an. Alternativ ist auch eine Verpachtung möglich. Dafür ruft die Stadt Hameln einen Pachtpreis von 12000 Euro jährlich auf. Der Pächter müsste in diesem Fall den Ex-Wienerwald im gegenwärtigen Zustand übernehmen und alle notwendigen Modernisierungen, Umbauten und Unterhaltungsmaßnahmen auf eigene Rechnung vornehmen. Offenbar gibt es Bereitschaft dazu.

Das Konzept der Bürger-Genossenschaft geht aber an den Vorstellungen der Stadt vorbei. Das „Nutzungsangebot an die Stadt“ beinhaltet die Übertragung des Ex-Wienerwalds an die Genossenschaft zu Konditionen, die weit unter der 400000-Euro-Marke liegen. So stellt sich die Genossenschaft die Übertragung von Gebäude und Grundstück „für einen symbolischen Kaufpreis von einem Euro“ vor. Dies für einen noch zu verhandelnden Mindestzeitraum oder für die Dauer der Existenz der Bürgergenossenschaft. Dazu solle die Stadt eine „Anschubfinanzierung für Vor- und Inbetriebnahmekosten“ in Höhe von 80000 Euro leisten. So viel ist für den Abriss des Gebäudes eingeplant, wenn das bestehende Gebäude nicht weitergenutzt wird.

Gegründet hat sich die Genossenschaft allerdings noch nicht. Und auch über die konkrete Ausgestaltung ist im Konzept von Koprek lediglich zu lesen: eine „sozial und kulturell orientierte Erlebnisgastronomie“. Ein seriöser Business- und Liquiditätsplan könne erst auf Grundlage „harter Fakten“ ermittelt werden, heißt es weiter.

Aus dem Hamelner Rathaus gibt es derzeit keine Aussage darüber, was die drei anderen Angebote beinhalten. Alle Angebote werden von der Stadt vorerst vertraulich behandelt, weil es sich um Grundstücksangelegenheiten handelt, erklärt Wahmes. Auch werde die Politik zunächst in nichtöffentlichen Sitzungen darüber beraten.

Wenn sich nun doch noch ein „verlässlicher und solventer Investor“ finden lässt, könnte der Abriss des Gebäudes kein Thema mehr sein. So hat es der Rat der Stadt im Juni dieses Jahres beschlossen. Erweist sich keines der vier eingegangen Angebote als tragfähig, so ist die weitere Vorgehensweise auch klar: Dann wird der Wienerwald im kommenden Jahr laut Ratsbeschluss abgerissen. Das Grundstück würde dem Bürgergarten zugeschlagen.

Eine Entscheidung, was am Bürgergarten passiert, wird laut Wahmes nicht vor dem 1. November öffentlich werden. Die Verwaltung werde nun die Angebote sondieren und den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses für den 26. Oktober einen Vorschlag zur Abstimmung vorlegen. Die Abstimmung erfolge hinter verschlossenen Türen. Wenige Tage darauf, am 1. November, soll der Verwaltungsausschuss der Stadt die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Wienerwalds treffen.