Eine größere Lösung für den Bahnhof angedacht

Bad Pyrmont (uk). Ein Dauerproblem steht möglicherweise vor einer endgültigen Lösung: die Reinigung des Bahnsteigs einschließlich der Unterführung im Pyrmonter Bahnhof. Darum soll sich künftig nun doch die Stadt beziehungsweise die mit der Straßenbereinigung in der Kurstadt beauftrage „Bad Pyrmont Entsorgung AÖR“ oder der Bauhof kümmern. 6000 Euro jährlich hat der Rat dafür per Haushaltsbegleitbeschluss „reserviert“.

Die Stadtverwaltung hatte sich bei der bislang letzten öffentlichen Behandlung des Themas noch energisch gesträubt, diese zusätzliche und damit freiwillige Aufgabe zu übernehmen. Dann könne er ja gleich die Kehrmaschine über den Parkplatz des E-Centers fahren lassen, argumentierte Hans-Joachim Böhnke von der Bauverwaltung, der auch für den städtischen Bauhof und die AÖR zuständig ist, damals unter Verweis auf die privaten Eigentümer des Bahnhofsgeländes. Das Gebäude gehört einer Immobilienfirma aus Bayern, die es weiterverkaufen will, die Bahn unterhält dort lediglich eine Haltestelle.

Im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss am 7. Dezember fand sich eine Mehrheit für einen von Ute Michel (Grüne) im Namen der Gruppe eingebrachten Antrag, der eine Kehrtwende in der leidigen Angelegenheit einleitete. „Für die Reinigung des Tunnels und der Bahnsteige ist innerhalb des Budgets des Immobilienmanagements ein Betrag von 6000 Euro zu reservieren“, lautete der entsprechende Beschluss. Hans-Joachim Böhnke hatte die Kosten für einen regelmäßigen Einsatz auf rund 2500 Euro jährlich geschätzt. Doch die Gruppe wolle eine größere Lösung, die nicht nur die Sauberkeit des Bahnhofs betreffe, kündigte Ute Michel am Dienstag einen entsprechenden Antrag an, an dem sie zurzeit arbeite.

Hauptaugenmerk legt Michel auf den Tunnel und weniger auf die Bahnsteige. Hier sammelt sich durch Wind am Fuß der Treppe immer wieder Laub und Papier an. Inwieweit die Bahnsteige gereinigt werden können, hängt laut Stadtverwaltung auch von Haftungsfragen ab, wenn städtisches Personal dort tätig wird. Das müsse zum einen mit der Bahn abgesprochen und zum anderen mit der Berufsgenossenschaft geklärt werden.

Annegret Webel, Vorsitzende des Pyrmonter Seniorenbeirates, die sich seit Jahren für einen besseren Zustand des Pyrmonter Bahnhofs einsetzt, freut sich über den Beschluss. „Endlich hat sich etwas bewegt“, sagt sie. Doch sie ist auch vorsichtig. „Es bleibt abzuwarten, was jetzt tatsächlich passiert.“

Dass ihre Bemühungen am Ende von Erfolg gekrönt waren, habe sie nicht zuletzt der CDU-Fraktion im Rat zu verdanken, sagt Webel. Sie habe das Gespräch zunächst mit der Gruppe 17 gesucht, ohne dass es konkrete Ergebnisse gegeben habe. Erst als sie mit der CDU in Kontakt getreten und eingeladen worden sei, ihr Anliegen vorzutragen, habe es einen Fortschritt gegeben. „Die CDU hat Nägel mit Köpfen gemacht und das Thema in die nächste Sitzung des Bauausschusses gebracht, ansonsten hätte es sicherlich noch länger gedauert“, zeigt sich Webel überzeugt. Ute Michel will das so nicht stehen lassen. „Ich habe mich schon vor der Sitzung um das Thema gekümmert“, betont sie. Frau Webel sei dann aber nicht mehr über den von ihr imitierten Antrag der Gruppe informiert worden, räumt sie ein.