Jetzt Huckel statt Schlaglöchern

Grupenhagen (sbr). „Jetzt sackt man nicht mehr ein, sondern fährt über Huckel!“ – Die Verärgerung angesichts des seit langem bereits äußerst desolaten Fahrbahnzustands der L 432 zwischen Königsförde und Grupenhagen ist Grupenhagens Ortsbürgermeister Friedhelm Senke deutlich anzumerken. Nach den jüngsten Straßensanierungsarbeiten sind die zahlreichen Schlaglöcher des drei Kilometer langen Straßenabschnitts grob mit Teer verfüllt, aber nicht dem übrigen Fahrbahnniveau angepasst worden.

Auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h sowie die Hinweisschilder auf Straßenschäden sind nach wie vor am Fahrbahnrand aufgestellt. Und das Gefahrenschild „Unebene Fahrbahn“ zeigt jetzt den tatsächlichen Ist-Zustand der Verbindungsstrecke zwischen Hameln und Extertal an: Die „Berg- und Talstrecke“ ist geblieben. „Ist das nun nur eine Notlösung oder ist die Sanierung mit den jüngsten Arbeiten bereits abgeschlossen? Und ist überhaupt zeitnah eine komplette Straßensanierung der L 432 vorgesehen oder müssen wir noch über Jahre mit diesem Flickwerk leben?“, fragt der Ortsbürgermeister.

Aerzens Erster Gemeinderat Andreas Wittrock sagte zu, dass die Verwaltung diesbezüglich eine Anfrage an die Straßenbaubehörde stellen wird. Doch dieser Bereich ist nicht der einzige, der dem Grupenhäger Ortsbürgermeister auf den Nägeln brennt. Auch auf den weiterführenden Straßenabschnitt der L 432 von Grupenhagen bis zur nordrhein-westfälischen Landesgrenze lenkt er das Augenmerk der Ortsratssitzung. Dieses Teilstück nennt Friedhelm Senke einen Unfallschwerpunkt und untermauert seine Feststellung mit Fakten: Allein in den vergangenen Jahren ist es in diesem Bereich zu zahlreichen schweren Verkehrsunfällen, teilweise sogar mit Todesopfern, gekommen. „Der Rettungshubschrauber kann hier schon selbstständig und ohne Einweisung landen“, so der Ortsbürgermeister.

Zwar wurde im Kurvenbereich unterhalb von Hilkenbreden die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h beschränkt, dennoch vertritt Friedhelm Senke die Ansicht, dass neben überhöhter Geschwindigkeit auch der Straßenbelag in diesem Teilabschnitt ein erhebliches Unfallrisiko mit sich bringt.

Als ähnliches Beispiel nannte er den Kurvenbereich der Königsförder Straße unterhalb der Waldquelle. Auch hier kam es in der Vergangenheit trotz einer Geschwindigkeitsbegrenzung immer wieder zu Unfällen, bis die Straßendecke erneuert wurde. Danach konnte die Geschwindigkeitsbeschränkung aufgehoben werden und der Verkehr fließt nahezu unfallfrei, wie der Ortsbürgermeister weiter berichtet.

Innerörtliche Verkehrsmessungen des Fleckens Aerzen in Grupenhagen aus Richtung Extertal kommend haben ergeben, dass im Zeitraum vom 13. bis 25. März der Messpunkt an der L 432 von rund 21000 Fahrzeugen passiert wurde. Davon waren etwa 15000 Fahrzeuge und damit 71 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs. Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug 66,5 km/h statt der vorgeschriebenen 50 km/h. „Die innerörtlich gefahrenen Höchstgeschwindigkeiten von 91 bis 116 km/h haben uns erschreckt“, räumt Aerzens Erster Gemeinderat ein. Mit diesen ermittelten Grundlagen wird sich die Verwaltung an den Landkreis wenden, wie Andreas Wittrock weiter mitteilt.

Verkehrstechnisch gab es aber auch Positives im Ortsrat zu berichten: Der „Stemmen“, die Straßenverbindung zwischen der Kreuzung Posteholz und Flakenholz-Oberdorf, wird vom Landkreis und dem Flecken Aerzen zeitnah noch in diesem Jahr saniert werden, so die Mitteilung im Ortsrat.