Geisterradler auf riskanten Irrfahrten

Hameln (ey). Wenn Autofahrer sich wie Radfahrer verhalten würden, gäbe es Blechschäden und Verletzte zuhauf. Zum Glück kommt kein Autofahrer auf die Idee, die Fahrstreifen in falscher Richtung zu befahren und aus dem Rechtsfahrgebot britische Verhältnisse werden zu lassen. Radfahrer schon. In Hameln kommt es immer öfter zu gefährlichen Situationen. Das bestätigt Jörn Schedlitzki, Hauptkommissar bei der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden.

Schedlitzki bezeichnet dieses Fehlverhalten als einen „Klassiker im Berufsverkehr“. Dabei sei es hochgradig gefährlich, einen Radweg in entgegengesetzter Richtung zu benutzen. „Altersklassen gibt es keine: Hier verhalten sich Schüler, Geschäftsinhaber, Pendler und ältere Menschen gleichermaßen falsch.“ Falsch heißt: ignorant. Keiner, der nicht wüsste, dass es verboten ist. Allein mit einer Ermahnung könne es die Polizei bei Kontrollen nicht belassen. „Geisterradler gefährden andere! Daher muss jeder mit einem Verwarngeld rechnen. Wer erwischt wird, zahlt 20 Euro. Gemessen an der Gefahr, dass ein Unfall im Begegnungsverkehr droht, ist das eigentlich viel zu wenig!“, sagt Schedlitzki.

Damit nicht genug des schlechten Verhaltens. Denn im Rahmen von Kontrollen werden viele vom Sattel geholt, die nebenbei das Handy benutzen. Hochgradig verboten – wie im Auto! Verwarngeldhöhe: 55 Euro. Kommt’s zum Unfall, muss der Verursacher 100 Euro zahlen.

Jetzt zum Herbst achten die Einsatzbeamten zudem verstärkt auf die lichttechnischen Einrichtungen. „Vorgeschrieben sind vorne ein oder zwei weiße, nicht blinkende Scheinwerfer und weißer Rückstrahler und hinten eine rote Schlussleuchte, ebenfalls nicht blinkend, und roter Rückstrahler“, sagt Schedlitzki. Hinzu kommen die seitlichen Reflexstreifen oder je Rad zwei gelbe Speichenreflektoren. Ist etwas davon nicht in Ordnung, kostet das 20 Euro Strafe.

Grundsätzlich wird im Rahmen der Streifenfahrten kontrolliert. Dazu kommen einige Schwerpunktkontrollen über das Jahr verteilt. „Die finden dann unter ganzheitlichem Ansatz statt, das heißt, es werden die Eigentumsverhältnisse überprüft, wird das Fahrrad also durch Polizeicomputer gecheckt, ob es etwa als ’gestohlen‘ einliegt.“