Facharzt mit Zaubervirus

Hameln (ey). Dr. med. Helge Hill ist in seiner Eigenschaft als Facharzt für Gastroenterologie ein besonnener Partner für jeden Patienten. Als Mit-Inhaber der Gemeinschaftspraxis Halle, Hill, Preißner an der Lohstraße geht es ihm jeden Tag um die Gesundheit und Prävention. In seiner Freizeit aber wird der Doktor zum Zauberer – und holt nach einigen Jahren der intensiven Beschäftigung mit diesem Metier schon sehr viel mehr aus dem Zylinder als das weiße Kaninchen. Mittlerweile sind Shows von ihm im mitunter gar nicht mehr ganz so kleinen Rahmen nahezu ausverkauft. Ein Grund für HALLO, im Interview mal nachzuhaken.

Herr Dr. Hill, gibt es Parallelen zwischen der Zauberei und einer Darmspiegelung?

„Möchte man ja eigentlich nicht meinen (lacht). Aber doch, beides ist Handwerk, und weder Zuschauer noch Patient sollen mitbekommen, wie es passiert. Wobei mir bei der Darmspiegelung das Schlafmittel Propofol hilft und der Zuschauer natürlich nicht schlafen soll.“

Wie sind Sie denn überhaupt aufs Zaubern gekommen?

„Bereits als Kind bekam ich einen Zauberkasten und machte Vorführungen im Familienkreis. Aber dann schlummerte das Hobby, bis meine Frau die Leidenschaft erkannte und mich anregte, einen Wochenend-Workshop zu besuchen. Die erlernten Kunststücke zeigte ich auf der nächsten Praxis-Weihnachtsfeier. Ein großer Spaß und voller Erfolg. So brach das Zaubervirus vollends aus. Es folgten eine zweijährige Zauberausbildung und der Beitritt in den Magischen Zirkel von Deutschland (MZvD). Dafür muss man sogar eine Prüfung ablegen.“

Nach einem anstrengenden Tag in der Praxis, wo es ja auch um Probleme und Schicksale von Patienten geht: Ist da die Zauberei so etwas wie eine Entspannungsübung?

„Ja, das ist schon so. Wenn ich nach Hause komme, muss ich erst mal runterkommen, und da hilft die Beschäftigung mit einem völlig anderen Thema. Die Zauberei bietet viele Facetten. Alte Kunststücke wiederholen, neue entwickeln, Texte und Timing trainieren. Da steckt viel Arbeit drin. Natürlich muss auch die Fingerfertigkeit trainiert werden. Ich sitze dann schon mal mit Münzen oder Karten in der Hand vor dem Fernseher.“

Welchen Zaubertrick würden Sie uns denn hier einmal verraten…

„Manche Kunststücke erkläre ich während der Vorführung. Aber natürlich nicht wirklich. Die Erklärung leitet den Zuschauer auf einen Gedanken, und dann passiert doch etwas anderes. Wir nennen das „Aufsitzer“. Das Preisgeben von Trickgeheimnissen ist unter Zauberern verpönt. Zu Recht. Letztlich hat niemand etwas davon. Die Neugier des Zuschauers ist zwar kurz befriedigt, aber in der Regel bleibt eine Enttäuschung: ,Ach sooo geht das.‘ Die Illusion ist verschwunden. Manche Trickgeheimnisse sind sogar so banal, dass es dem Zuschauer fast peinlich ist, nicht selber darauf gekommen zu sein.“

Sie lassen sich nicht locken? Versuchen wir es mal so: Hat der Zylinder für das Kaninchen einen zweiten Ausgang? Und: Sind die Karten von Zauberern eigentlich immer gezinkt?

„Das mit dem Zylinder weiß ich nicht. Ich wollte auch mal Kaninchen aus dem Hut zaubern, aber wir haben einen Hund (lacht). Gezinkte Karten gibt es tatsächlich. Wobei ich glaube, dass die nur selten eingesetzt werden. Die Zuschauer von heute wissen das ja auch und sind sehr aufmerksam. Ein präpariertes Spiel könnte ich ja auch kaum zum Mischen aus der Hand geben. Meine Kartenkunststücke kann ich eigentlich alle mit einem ausgeliehenen Spiel vorführen. Eher geht es darum, eine spannende Präsentation und einen geschickten Aufbau der Kunststücke zu finden, um den Zuschauer zu fesseln und gemeinsam Spaß zu haben. Denn darum geht es am Ende doch: zusammen eine schöne Zeit zu verbringen.“

Gut, Sie wollen nicht zu viel verraten. Dann verraten Sie den HALLO-Lesern wenigstens, wo man sie live in der nächsten Zeit erleben kann.

Donnerstag, 7. März, im Monopol Freitag, 22. März im Lalu „Im Rahmen eines Magic Dinners! Da werden kulinarische Köstlichkeiten mit Zauberei angereichert. Der nächste Termin ist in Hameln. Und am , gibt es eine Benefiz-Veranstaltung mit der Hamelner Band Midsomer. Unterstützt wird ein Projekt des Vereins ANAK-Domba-Bali. Natürlich kann man mich auch privat buchen.“