Loch in Schlossmauer und Wasser in der Eckbastion

Bad Pyrmont. Als hätte das Staatsbad nicht schon genug Baustellen am Hals. Jetzt kommen noch zwei neue dazu. In den Räumen unterhalb der Eckbastion an der nordöstlichen Anlage der Schlossinsel steht Wasser – und zwar mehr als das üblicherweise bei Regen der Fall sein soll. Und in der nördlichen Mauer der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Festungsanlage klafft ein großes Loch. „Ich habe das am vergangenen Wochenende erfahren“, bestätigte am Montag Kurdirektor Maik Fischer nach seiner Rückkehr aus einem Kururlaub. „Das Staatliche Baumanagement war schon vor Ort, und auch unsere eigenen Experten haben sich das angesehen“, sagte er auf Nachfrage.

Laut Fischer haben erfahrene Mitarbeiter des Staatsbades darauf hingewiesen, dass es im Winter immer wieder einmal vorkommt, dass Wasser in den Räumen unterhalb der Eckbastion steht. Doch nicht unbedingt so viel wie jetzt, auch wenn der Staatsbadchef von einem „leicht erhöhten“ Stand spricht. Möglicheweise ist der Wasserspiegel in den letzten Tagen schon wieder leicht gefallen. „Wir werden aber überlegen, ob wir das Wasser abpumpen müssen“, erklärte Fischer, der sich am Montag erneut über die Situation informieren ließ. „Besorgniserregend ist die Situation nach unserer Einschätzung nicht.“ Natürlich sei aber die Kombination von nassen Mauern und Wasser problematisch.

Die Frage drängt sich auf, ob das mit einem großen Loch in der nördlichen Graftwand der Schlossinsel zusammenhängen könnte. Hier ist ein Teil der Mauer herausgebrochen. Doch der Kurdirektor schloss das aus. „Das Loch ist durch Feuchtigkeit und den strengen Frost entstanden, hat aber nichts mit dem Wasser unterhalb der Eckbastion zu tun“, betonte er. In Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde werde die Stelle demnächst ausgebessert. Aktuell stehe eine Sanierung der gesamten Mauer nicht an, aber im Zuge der geplanten größeren Maßnahme könnte das durchaus ein Thema werden.

Aber auch eine gute Nachricht gibt es von der Schlossinsel. Am Montag wurden die Arbeiten am Dachstuhl des Kommandantenhauses fortgesetzt. „Die finanziellen Mittel für den nächsten Abschnitt sind vom Land freigegeben worden, sodass es mit den Arbeiten in diesem Jahr weitergehen kann.

Bereits seit 2016 ist das Gebäude eingerüstet, die Arbeiten sollten dann spätestens im Sommer 2018 abgeschlossen werden. Zuletzt ging das Staatliche Baumanagement davon aus, dass sie noch im kommenden Jahr andauern werden. „Der Bedarf wird regelmäßig aktualisiert und die Mittel beantragt“, begründet Fischer den zähen Ablauf, der immer wieder von Baustopps unterbrochen worden ist. „Aber ich bin jetzt sehr froh, dass es weitergeht. Immerhin ist das Schloss eine der drei Top-Sehenswürdigkeiten Bad Pyrmonts.“

Ursprünglich sollten nur beschädigte Dachplatten am Kommandantenhaus ausgetauscht und Holzschäden an den Dachgauben behoben werden. Doch im Laufe der Arbeiten stellte sich heraus, dass die Schäden weitaus größer sind. Der Dachstuhl ist von Schädlingen befallen, und die gesamte Dachkonstruktion muss ausgetauscht werden.