XOX gründet einen zweiten Standort

Hameln. Der Hamelner Snackhersteller XOX dreht seiner Heimatstadt nun tatsächlich zumindest teilweise den Rücken zu. Wie XOX-Chef Edmund Besecke gegenüber unserer Zeitung bestätigt, wird er seine Firma nicht in Hameln erweitern, sondern in Lauenau einen zweiten Standort gründen – und dort in Autobahnnähe 30 Millionen Euro investieren.

Der bereits mit der Rodenberger Politik abgestimmte Plan sieht vor, dass im Gewerbegebiet an der A2 auf 60000 Quadratmetern Fläche ein XOX-Logistik-Standort mit mittelfristig 80 neuen Arbeitsplätzen entstehen wird. Besecke: „Unser Weggang ist schade, aber Hameln hat keine passenden Flächen für uns gehabt. Lauenau ist logistisch gesehen ein sehr guter Ort. Man hat uns dort mit offenen Armen empfangen und dann ging alles ganz schnell.“ Im Mai 2020 will XOX in Lauenau durchstarten.

Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) bedauert die Teil-Abwanderung des Snackherstellers in den Nachbarkreis. Zugleich verweist Griese darauf, dass die Stadt Hameln dem Unternehmen durchaus drei Flächen angeboten habe – in Größen von 37000 bis 99000 Quadratmetern. Diese Möglichkeiten, sich nahe dem aktuellen Unternehmenssitz vergrößern zu können, habe XOX-Chef Besecke jedoch allesamt abgelehnt. Am Ende eines monatelangen Suchens und Verhandelns auch direkt zwischen Griese und Besecke steht nun also die unternehmerische Entscheidung, nicht in Hameln, sondern in Lauenau an der Autobahn 2 neu zu bauen.

Diese Entscheidung birgt mittel- bis langfristig Gefahren für den XOX-Hauptsitz in Hameln. Besecke sagt zwar: „Der Standort in Hameln bleibt grundsätzlich erst mal bestehen. Wir investieren in Hameln sogar auch noch und kaufen zum 1. Juli eine 4000 Quadratmeter große Halle in unserer Nachbarschaft und werden diese in unser Areal integrieren.“ Doch es gibt ein großes Aber: „Jeder Industrieverantwortliche weiß, dass zwei Standorte immer ungünstig sind und auch zweimal Kosten verursachen. Dass wir deshalb bei der nächsten Vergrößerung dann auch Betriebsteile von Hameln nach Lauenau verlegen werden, das dürfte wahrscheinlich sein.“

Nach Beseckes Worten werde der dann nächste Schritt für XOX wohl schon in den Jahren 2022/23 kommen. Es stelle sich für Unternehmen immer die Frage, wie man wirtschaftliche Einheiten schaffen könne – „und das wird dann in unserem Fall ja wohl eher in Lauenau sein“. Von einer kompletten Schließung in Hameln wollte Besecke indes aber auch nicht sprechen.

Das Bereithalten von Gewerbeflächen ist für die Wirtschaftspolitik einer Stadt wie Hameln grundsätzlich wichtig – ob nun Erweiterungswünsche bestehender Firmen oder aber Neuansiedlungen bedient werden wollen. Hameln hat aktuell an fünf Standorten Gewerbeflächen in einer Gesamtgröße von 264000 Quadratmetern – in Größen von 4400 bis 99000 Quadratmetern – im Portfolio.

Rathauschef Griese reicht dies, auch mit Blick auf den Fall XOX, nicht aus: „Wir müssen unser Angebot deutlich vergrößern. Eines meiner Wachstumsziele ist, für Unternehmen weitere Expansionsmöglichkeiten zu schaffen.“ Um das zu erreichen, will Griese allein in diesem Jahr 300000 Quadratmeter Land für Gewerbeflächen kaufen. Griese: „Und dann muss es weitergehen: jedes folgende Jahr mindestens 100000 Quadratmeter. Wir müssen die Flächen dann nur auch bekommen.“

Aktuell, so sagt Griese, gebe es acht Hamelner Unternehmen, die hier vor Ort expandieren. Dabei handele es sich um Flächen zwischen 4500 und bis zu 20000 Quadratmetern. In sieben dieser Fälle habe die Stadt Flächen zur Verfügung stellen können, im achten Fall habe der Unternehmer auf eigene Faust gehandelt.