102000 Sofaschläfer überraschen Fischer

Bad Pyrmont. Die Zahl ist erstaunlich und hat auch Kurdirektor Maik Fischer etwas überrascht: 102000 Übernachtungen produzieren sogenannte Sofaschläfer jährlich in Bad Pyrmont. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter privaten Gastgebern. Sofaschläfer werden Gäste genannt, die privat bei Freunden, Verwandten oder Bekannten übernachten und in keiner Statistik auftauchen.

Im Februar dieses Jahres hatten Stadt und Staatsbad die Consulting-Agentur „dwif“, die laut Fischer deutschlandweit exklusiv über Daten der Tourismuswirtschaft verfügt, mit einer Telefonumfrage beauftragt, um den Sofaschläfern und ihrer Bedeutung für den Tourismusort Bad Pyrmont auf die Spur zu kommen. „Die Zahl von 102000 Übernachtungen ist sauber mit wissenschaftlichen Methoden ermittelt worden“, ordnete der Kurdirektor die Zuverlässigkeit dieser Aussage ein. „Wir erhoffen uns solidere Aussagen über den Tourismus als Gesundheits- und Wirtschaftsfaktor in Bad Pyrmont“, begründet der Geschäftsführer des Staatsbades damals die Aktion, für die 300 „ganz normale“ Haushalte angerufen werden sollten.

Da die Statistiker des Landes Niedersachsen in ihren Erfassungen nur Betriebe mit mindestens zehn Betten erfassen, wurde die Agentur auch damit beauftragt, die kleineren Vermieter zu befragen. „16000 Übernachtungen in Pensionen und Ferienwohnungen können wir zusätzlich zu den offiziellen Übernachtungszahlen für Bad Pyrmont hinzurechnen“, berichtete Fischer. Die Zahl der Übernachtungen war im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent auf 656427 gestiegen, was hauptsächlich den acht Pyrmonter Reha-Kliniken zu verdanken ist.

Die Zahl der privaten Übernachtungen stagnierte dagegen bei etwa 205 000.

Und noch eine beeindruckende Zahl haben Staatsbad und Stadt für künftige Strategien zur Verfügung. Im vergangenen Jahr haben nach den Erhebungen von „dwif“ 1,4 Millionen Tagesgäste Bad Pyrmont besucht. „Es lohnt sich also, sich auch um diese Besucher zu kümmern“, betont der Staatsbadschef.

Die Frage ist, welche Schlüsse aus den Zahlen zu ziehen sind und welche Maßnahmen sinnvoll sein könnten. Nach den Sommerferien soll das Ergebnis der Umfrage detailliert vorgestellt werden.

Der scheidende Geschäftsführer der Bad Pyrmont Tourismus (BPT), Karsten Stahlhut, sieht sich in seiner Einschätzung durch die Zahlen bestätigt, zumal er selber vor zwei Jahren bei einer Untersuchung für die Weserbergland Tourismus zu ähnlichen Zahlen gelangt sei. „Das zeigt, welchen Wert der Tourismus für Bad Pyrmont hat. Leider drückt sich das nicht immer in der Wertschätzung aus“, meint er. Stahlhut hatte in seiner Untersuchung einen Umsatz, der alleine durch private Gäste – einschließlich der Tagesgäste – entsteht, auf rund 130 Millionen Euro jährlich ermittelt. Auch die stattliche Zahl an Sofaschläfern belege, dass Bad Pyrmont ein attraktiver Ort sei, um Bekannte oder Verwandte zu besuchen, kommentierte er diese durchaus stattliche Zahl. „Durch solche Ergebnissen müssten sich die Gesellschafter eigentlich veranlasst sehen, die BPT zu stärken“, betonte er.