WGH unter neuer Leitung

Hameln (ey). „Seite pfeifen“ für Heinz Brockmann: Eigentlich gibt es diese Ehrenerweisung nur bei den Seestreitkräften, aber im Fall der Verabschiedung des WGH-Urgesteins ließ Aufsichtsratsvorsitzender Hubert Volkmer vor über 100 Gästen im Weserbergland-Zentrum das Kommando via Smartphone erklingen. „Der Kommandeur der WGH verlässt das Schiff. Ein neuer Kommandeur übernimmt die Brücke“, so Volkmer, der dem Hauptamtlichen Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Hameln für dessen große Verdienste einen „Victor“ überreichte – das Pendant zum allseits bekannten „Oscar“.

Es mag sein, dass Heinz Brockmann ein Tränchen verdrückte, ganz für sich, aber unentdeckt. Während die Redner vor ihm seine 27 Jahre währende Vorstandstätigkeit durchweg als herausragend bezeichneten, übte sich der Hämelschenburger in Zurückhaltung. „Ich lasse den Kopf nicht hängen. Sofasitzen ist nicht meine Sache. Was mir aber vor allem wichtig ist: dass die WGH eine Zukunft hat dank engagierter Mitarbeiter und auch dank der Tatsache, dass mit Gerd Hundertmark ein neuer Vorstand gefunden worden ist, dem nun alle Beteiligten ihr volles Vertrauen entgegenbringen sollten.“ Brockmann bekannte, dass ihm die WGH in all den Jahren ans Herz gewachsen sei. Und in Anlehnung an einen bekannten Popsong sagte er: „Ja, ich weiß, es war ’ne geile Zeit.“

Die Gastredner sahen das genauso. Hamelns Bürgermeister Volker Brockmann bescheinigte seinem Namensvetter (nicht verwandt, nicht verschwägert) „beispielhaftes Wirken im Hamelner Wohnungswesen“. Dr. Susanne Schmidt, Direktorin des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen-Bremen, sieht in Heinz Brockmann „eine feste Größe in der niedersächsischen Wohnungswirtschaft“. Und Ernst Nitschke sprach als Vertreter der Kreishandwerkerschaft Hameln-Pyrmont von einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen der WGH und Handwerksbetrieben, „zu dem Heinz Brockmann maßgeblich beigetragen hat“.

In der Tat: Während seiner Amtszeit – 36 Jahre bei der WGH, davon 27 als Vorstandschef – wurden rund 120 Millionen Euro in Neubau, Sanierung und Modernisierung des Bestandes gesteckt, wovon rund 95 Prozent an heimische Handwerksunternehmen flossen. Daran will Brockmanns Nachfolger Gerd Hundertmark anknüpfen, denn die Modernisierung von bezahlbarem Wohnraum sei der wichtigste Baustein für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens. Warum Hundertmark seine Leitungsfunktion in der Immobilienabteilung der Sparkasse Hameln-Weserbergland für den Posten des Hauptamtlichen Vorstands an den Nagel hängt, formulierte er so: „Ich habe eine Leidenschaft für Backstein, und das Konzept der WGH gefällt mir.“ Hundertmark ist seit 2011 Mitglied im Vorstand. Zusammen mit seiner Vorstandskollegin Anke Steinemann will er „in den großen Fußstapfen von Heinz Brockmann gehen, die die Richtung vorgeben“.