Von Meike Schaper

Freunde, es wird! Country is coming to Germany! Nun gut, es mag nicht unbedingt etwas damit zu tun haben, dass ich hier in unserer Hi(t)story-Rubrik den ein oder anderen Country-Künstler vorstelle, aber vielleicht liest ja das Universum mit und hat da was eingefädelt… Jedenfalls freu nicht nur ich mich wie Bolle, dass zum Beispiel Keith Urban kommenden Mai gleich fünf Deutschland-Konzerte gibt (ob jemals eine Zeit kommt, in der man von ihm sprechen kann ohne hinzufügen zu müssen: „Du weißt schon, der Mann von Nicole Kidman!“?; so wie es Jahrzehnte gedauert hat, bis auch hierzulande bekannt war, dass „mein“ Fußballverein FC Arsenal und nicht Arsenaaal London heißt…), Kane Brown stattet im Februar der Hauptstadt einen Besuch ab, Luke Combs tritt im Rahmen des Country2Country-Festivals ebenfalls in Berlin auf und 2020 soll es sogar ein Country-Festival an der Ostsee geben (Seaside Country Festival, Weißenhäuser Strand, mit unter anderen den Brothers Osborne). Ja, ist denn heut‘ schon Weihnachten?

Grund genug also, uns heute mal wieder diesem Genre zu widmen. Kennt ihr Blake Shelton? Das ist der aktuelle Freund von Gwen Stefani („No Doubt“) – auch das möchte ich in Zukunft nicht mehr erwähnen müssen! Er ist sozusagen das Enfant Terrible unter den amerikanischen Country-Stars. Und das ist gar nicht so einfach, bei dem oftmals prüden Publikum Titel rauszuposaunen wie beispielsweise „Kiss my Country Ass“… Aber, da drückt man dann doch mal ein Auge zu – im Gegensatz zu den weiblichen Interpreten: Zu sexy angezogen? Kann nicht singen (siehe Taylor Swift oder Maren Morris). Sich auf der anderen Seite aber beschweren, dass die Country-Radiosender zu wenig Frauen spielen. Mal drüber nachdenken, ne?!

Nun hatte ich überlegt, ob ich Blake Sheltons Hinterteil einen aufschmatze, habe mich aber für eine aktuellere Nummer entschieden, die ich seit Wochen rauf- und runterhöre: „God’s Country“. Ende März diesen Jahres veröffentlicht, mutet sie an wie eine Südstaaten-Hymne, vielleicht sogar einzuordnen Richtung Jon Bon Jovis „Blaze of Glory“ (damals, als er noch gut war). So reitet der Interpret mit patriotischem Herzen durch die Prärie oder den Wilden Westen. Oder so. Ich denke, es bleibt dem Zuhörer überlassen, wie er Zeilen wie „Right outside of this one church town there’s a gold dirt road to a whole lot of nothin‘“ interpretiert. Jeder verbindet damit wohl etwas Anderes, Persönliches. Einsam sein oder frei, festsitzen oder einen anderen Weg einschlagen, hart arbeiten, Nächte am Lagerfeuer verbringen, das Schicksal annehmen oder die Flucht ergreifen. Es wird ein einfaches Leben beschrieben, aber ein erfülltes. Ganz minimalistisch – und so sind auch die Instrumente arrangiert: Es braucht nicht viel, um diese bestimmte Atmosphäre zu erzeugen, eine simple Gitarre, Glockenschläge, ein einfacher Rhythmus – und dazu Sheltons markante Stimme. Alle Elemente steigern sich im Verlauf des Songs, man scheint eins mit ihm zu werden und am Ende scheint man aus einem (Tag-)Traum zu erwachen. Hach…

Wann findet der Blake wohl seinen Weg nach Deutschland? Hoffentlich bald. Bis dahin gibt‘s ihn im Radio.

Sonntag gegen 11.30 Uhr bei Radio Aktiv. An diesem Reinhören!