Connery ist spitze

Hameln (ey). Uneinholbar. Sean Connery ist zwar nicht der einzig wahre 007 (nun ja, wahr ist eigentlich keiner…), aber der beliebteste von allen. So lautet das Votum der Besucher, die die Ausstellung „James Bond. Die Macht der Verführung“ im Hamelner Museum besucht haben. Denn sie erhalten an der Kasse nicht nur die Lizenz zum Eintritt, sondern auch zwei Chips à la Roulette, mit denen sie zwei wichtige Fragen in Sachen 007 in bester Superagentenmanier beantworten können. Cool!

Die für Bond abgegebenen Votes dürften womöglich längst im vierstelligen Bereich liegen. Dabei: Geklärt ist noch gar nichts, denn die supererfolgreiche Sonderausstellung, im Juni dieses Jahres eröffnet, dauert ja glücklicherweise noch bis zum 10. Mai 2020 an. Es bleibt genug Zeit, bei der Wahl zu Mister 007 weiterhin mitzuwirken. Dass Sean Connery allerdings so weit vorne liegt, war nicht unbedingt zu erwarten. James Bond hat den Supermann schließlich ebenso gemimt wie Pierce Brosnan und andere smarte Herren. „Aber das Ergebnis ist schon sehr deutlich. Connery scheint den größten Eindruck hinterlassen zu haben“, sagt Museumsleiter Stefan Daberkow.

Die zweite Frage ist schon schwieriger zu beantworten. Sie lautet: „Welches ist Ihr Lieblingsbond-Film?“ Das Problem: In der Erinnerung überlagern sich Szenen und Situationen, Schießereien und Verfolgungsjagden. In welchem Streifen spielte gleich noch der Beißer mit? – Und schon steht man vor diesen durchsichtigen Säulen, in denen die Chips eingeworfen werden sollen, und ist sich gar nicht sicher, welcher Straßenfeger einem am besten gefällt. Bislang liegt „Goldfinger“ vorn, jener Blockbuster, bei dem Gerd Fröbe den Schurken mimt.

Für das Hamelner Museum sind die Antworten auf die beiden Fragen eher eine schöne Nebensache. Hauptsache, die Besucher kommen. Der Plan geht auf. „Wir werden das Vorjahresergebnis, in dem die Rattenausstellung für einen Besucherstrom sorgte, der mit über 30000 sehr zufriedenstellend war, wahrscheinlich erreichen, vielleicht sogar übertreffen“, sagt der Museumsleiter. Was auch kein Wunder ist, weil die aktuelle Ausstellung die seit Jahrzehnten anhaltende Faszination der „James Bond“-Filme unter dem Leitmotiv der Verführung mit zahlreichen originalen Requisiten, Drehbüchern, Storyboards und Kostümen beleuchtet. Der unwiderstehliche Superheld, schöne Frauen in edlen Kleidern, von Macht und Gier getriebene Schurken – sie alle erliegen den Mechanismen der Verführung ebenso wie der Zuschauer, dem die Filme mit ihrer luxuriösen Ausstattung, exotischen Schauplätzen und innovativer Technik ein Leinwald-Erlebnis der Extraklasse versprechen.

Nach der Ratten-Expo mit lebendigen Nagern und „007“ liegt die Messlatte für die nächste Sonderausstellung sehr hoch. „Piedpiper international. Auf den Wegen des Rattenfängers“ lautet ihr Titel. Unser Pfeifer, Pfeifer mit zwei f, in all seinen merkwürdigen Facetten in vielerlei Ländern. Die Franzosen stellen sich unter der sagenhaften Gestalt nämlich einen ganz anderen Mann vor als etwa die Tschechen. „Wird spannend“, sagt Daberkow. Bis zum Mann mit der Lizenz zum Flöten bleibt aber der weltbekannte Spion Zugpferd im Museum. Und Sean Connery vermutlich uneinholbar.

Übrigens: Besucher werden dazu angeregt, auch ihren Wunsch-Bond an einer Pinnwand zu notieren. Es tauchen Namen wie George Clooney, Keanu Reeves, Richard Madden und Jürgen Vogel auf. Groovy!