Bad Pyrmont (rr). Im Holzhäuser Gemeindebüro der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Pyrmont, wo eine größere Anzahl Gemeindemitglieder versammelt war, kam jetzt wahrlich Freude auf. Die Wahlen zum Kirchenvorstand 2024 waren gelaufen, und an der langen Dauer der Stimmauszählung konnte man ermessen, dass es eine verhältnismäßig gute Wahlbeteiligung gegeben hatte.

Während Pastorin Ira Weidner sich darum kümmerte, dass sich die Anwesenden mit Speisen und Getränken versorgen konnten, waren im Büro noch Pastorin Eike Fröhlich und Gemeindemanagerin Carolin Emme sowie weitere Helfer damit beschäftigt, zu einem Wahlergebnis zu gelangen. Gar nicht so leicht, denn allein das Auseinanderfalten der Briefwahlzettel kostete Zeit, hinzu kamen die Wahlzettel aus den Wahlurnen und, ganz neu im Angebot der Kirche, die Onlinewahlstimmen.  So war denn die Anzahl der Wählerinnen und Wähler für eine Kirchenvorstandswahl doch recht hoch ausgefallen, und Pastorin Eike Fröhlich konnte letztlich eine Wahlbeteiligung von guten 18,53 Prozent der Gemeindemitglieder vermelden.

Ebenso erfreulich, dass offensichtlich viele junge Wählerinnen und Wähler teilgenommen hatten. Insgesamt nahmen 1227 von 6621 wahlberechtigten Gemeindemitglieder an der Wahl teil, die aus den neun vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten sechs ankreuzen durften. Diese hatten sich im Vorfeld bereits im Gemeindebrief vorgestellt und waren nun bei der Auszählung auch persönlich zugegen.

Voraussetzungen, gewählt zu werden, sind ein Alter von 16 Jahren am 1. Juni 2024, dem Beginn der Amtszeit, und die Kirchenmitgliedschaft. Um 15 Uhr endete die Wahl und die Auszählung begann. „Es steigt weißer Rauch auf, wir haben das Ergebnis,“ verkündete Pastorin Fröhlich dann gegen 18.25 Uhr. Mit 1170 Stimmen konnte Rebecca Adam das beste Ergebnis verbuchen, gefolgt von Marc Zöllner mit 1104 Stimmen und Beate Frede mit 1023 Stimmen. Weiter in den Kirchenvorstand gewählt sind Christine Scheer, Marcus Kaiser und Dennis Hilker. Ersatzkirchenvorsteher und -vorsteherinnen sind Christiane Knorr, Martin Brandes und Martin Koch.

Auf den neuen Kirchenvorstand kommen verantwortungsvolle Zeiten zu. Die evangelische Kirche hat, wie die katholische, mit Mitgliederschwund, Vertrauensverlust, mangelndem Pastorennachwuchs und einem zu großen Immobilienbestand zu kämpfen. Das aufzuarbeiten, über Stellenbesetzungen zu befinden, den Haushalt im Blick haben und die verschiedenen Interessen einzelner Gruppen und Kreise zu vertreten, ist ein dickes Brett, das der Kirchenvorstand bohren muss. Dass sich nun ein neuer gefunden hat, noch dazu in ehrenamtlicher Tätigkeit, ist aller Ehren wert.