Seit Jahrzehnten immer wieder gern gespielt und gern gehört: „Zombie“ ist heute leider aktueller denn je. „Ihr Schmerz war echt“, schrieb der BBC-Musikreporter Mark Savage über die Nummer der irischen Alternativ-Rockband „The Cranberries“, veröffentlicht im September 1994. Und wer nicht schon bei der Erwähnung sofort die verletzlich brechende Stimme der 2018 verstorbenen Frontfrau Dolores O’Riordan hört, der hat spätestens bei der Lyrik keine Zweifel, dass das stimmt: Ein Kind wird „langsam genommen“ in dem Track, der von der Sängerin unter dem Eindruck eines Bombenattentats im Konflikt zwischen Irland und Nordirland, den „Troubles“, geschrieben wurde.
Infolge des Todes von O’Riordan erinnerten sich viele an dieses Meisterstück, das 1994 in acht Ländern die Charts anführte – unter anderem für 28 (!) Wochen am Stück in Deutschland. Was sie da von Panzern, Bomben und Gewehren sang, stammte aus einer vergangenen Zeit. Bis vor Kurzem. Nun ist die unvorstellbare Gewalt wieder real. Gleich um die Ecke. „Was geht in deinem Kopf vor?“, fragt Dolores O‘Riordan in dem Song – und so viele von uns stellen sich in diesen Zeiten wohl dieselbe Frage.