Weder Kollege Jens noch ich sind große Silbermond-Fans. Zu mainstream, zu fad, wenig überraschend – wie es heute auf so viele deutsche Bands zutrifft. Dabei war das nicht immer so. Gerade in ihren Anfängen, waren Silbermond-Konzerte rockig und schweißtreibend.
Nichtsdestotrotz lauschen wir heute einem Silbermond-Song aus dem Jahr 2012, weil er mich vergangenen Sonntag sowas von aus den Latschen gehauen hat: „Weiße Fahnen“.

Im Rahmen des Friedenskonzerts „Sound of Peace“, das am 20. März vor dem Brandenburger Tor in Berlin stattfand, performten Frontfrau Stefanie Kloß und ihre drei Bandmitglieder eben jenen Song. Hätte es eine besser ausgewählte Nummer geben können vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges? Wenn Zeilen wie „Ein lautes Feuer zündet mal wieder den Himmel an“ oder „Durch seine kleinen Hände fließt roter Sand“ erklingen, die Kamera über die Menge schweift und Menschen einfängt, die Fahnen in den ukrainischen Farben schwenken, Peace-Zeichen in die Höhe halten und sich in den Mienen Sorge, Trauer, aber auch Hoffnung spiegeln, dann bleibt wohl kein Herz kalt, kein Auge trocken. Schon allein aus diesem Grund haben es auch Silbermond verdient, in unserer Hi(t)story Erwähnung zu finden!