Von Meike Schaper
Ja, sich etwas im Internet zu bestellen, ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits kann man bequem vom Sofa aus einkaufen, andererseits muss man sich mit unpraktischen Lieferzeiten und mitunter unvorsichtigen Paketboten herumschlagen.
Die Paketzustellung ist oft ein Spiel mit dem Ungewissen. Generell versuche ich ja lokal einzukaufen, aber manchmal geht es eben nicht. Zum Beispiel, wenn bestimmtes Band-Merch her muss, das es eben nur im Online-Shop jener Band gibt. Und nun war es bei mir soweit: Die lang erwartete Limited-Edition-LP aus den USA sollte geliefert werden. Dank Zustellunternehmen gab’s per Mail vorab einen Hinweis, an welchem Tag die Lieferung erfolgen sollte. Wie gut, dass ich hier im Verlag die Möglichkeit habe Homeoffice zu machen – also meldete ich für den besagten Tag Arbeit von zu Hause an.
So wartete ich an jenem Freitag auf den Paketboten. Kommt er wohl zwischen 14 und 16 Uhr, wie angekündigt? Ich lauschte auf das süße Klingeln meiner Türglocke. Das – ihr ahnt es – nicht erfolgte. Enttäuscht trottete ich am Abend trotzdem zum Briefkasten – und siehe da: eine Nachricht vom Paketdienst! „Leider haben wir Sie nicht angetroffen. Ihr Paket wurde bei einem Nachbarn abgegeben.“
Wenn man nicht klingelt, kann man mich eben auch nicht antreffen! Manno. Ich war sauer. Und am besten war der Hinweis mit dem Nachbarn – ich wohne in einem 32-Parteien-Haus. Wäre es zu viel verlangt, einen Namen auf dem Hinweiszettel zu vermerken? Sollte ich jetzt überall klingeln? Ja. Mir blieb ja nichts anderes übrig. Immerhin: Bei Nachbar Nummer sechs hatte ich bereits Erfolg und die Scheibe war auch unbeschädigt! Sie dreht sich seitdem nahezu ununterbrochen auf meinem Plattenteller.