Von Jens F. Meyer
Sünteldrachen finde ich super! Ist keine neue Spezies im schönen, grünen Mittelgebirgsstück und auch keine nach Jahrmillionen wiederauferstandene Saurierart. Vielmehr wurde vor einiger Zeit die Kinderfeuerwehr Haddessen/Pötzen so getauft. Respekt für diese ungewöhnliche Idee: Drachen speien nämlich Feuer – vom Löschen war nie die Rede. Außer natürlich bei Grisu, dem kleinen Flammenwerfer, der, so weit ich mich an meine Kindheit erinnern kann, Feuerwehrmann werden wollte. Dölmer.
Das Geheimnis ist: Wenn die Sünteldrachen nicht Sünteldrachen hießen, sondern zum Beispiel Floriansjünger, gäbe es sie vermutlich nicht. Ja, ich weiß, dass Florian der Schutzheilige der Feuerwehr ist und mit Vornamen Sankt heißt … Trotzdem gähn. „Löschzwerge“ funktioniert seltsamerweise hier und dort in den Ortschaften nach wie vor. Politisch allerdings ein bisschen unkorrekt schon deshalb, da sie ja eigentlich Löschzwerg*innen heißen müssten. Mir sind schwebende Verfahren vor Amts- und Landgerichten zu diesem Thema allerdings nicht bekannt. Sei‘s drum, ich finde Sünteldrachen besser. Und Blaulichtbande auch! So heißt nämlich die Kinderfeuerwehr in Löwensen. Chapeau!
Was ich damit meine: Namen sind eben nicht bloß Schall und Rauch, ich muss es wissen, ich heiße Meyer. „Sünteldrachen“ und „Blaulichtbande“ zaubern doch ein Lächeln in unsere Herzen. Von „Funkenmariechen“ für reine Mädchenkinderfeuerwehren würde ich abraten. „Lösch-Littles“ klingt zu bemüht international. „Brand-Blagen“ wäre cool, aber wer seine Kinderfeuerwehr so nennen möchte, muss das Projekt eigentlich gar nicht erst beginnen.