Von Jens F. Meyer
Alle Männer mal herhören: Bügeln ist gut gegen Stress! Das behauptet eine Lifestyle-Zeitschrift. Die immer wiederkehrende Bügelbewegung sorge „für einen tranceartigen Zustand,
der stressige Gedanken blockiert“. Wer bislang also davon ausgegangen ist, dass es reicht, wenn man der Ehefrau beim Bügeln zuschaut und dabei am Gläschen Rotwein nippt, um auch so in einen tranceartigen Zustand versetzt zu werden, macht was falsch. Diesen chauvinistischen Kram haben moderne Kerle aber auch nicht nötig. Männer, lasst uns also aus der Not eine Tugend machen. Das ist einfach: Wir kaufen keine Geschenke, sondern verschenken uns höchstselbst, mit Dampfbügeleisen und Wäscheberg, schön drapiert zu einem Anlass oder einfach nur mal so.
Für Unerfahrene gibt es vorher allerdings ein paar grundsätzliche Dinge zu klären: Erstens ist der Drehschalter am Dampfbügeleisen kein Sendersucher und die „Plätte“ kein Radio. Zweitens können Bügeleisen nicht tiefer gelegt werden, haben keinen Zigarettenanzünder, und Spoiler nützen schon gar nichts. Drittens werden Geschwindigkeitsübertretungen knallhart mit Falten auf den Klamotten bestraft. Und viertens muss ein Dampfbügeleisen nicht winterfest gemacht werden. De facto reicht das Nachfüllen von destilliertem Wasser – Frostschutzmittel wäre schlecht.
Dann mal ran an die Arbeit, es lohnt sich. Deutsche Männer werden nämlich immer dicker, hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden festgestellt – und Bügeln verbraucht Kalorien. Wissenschaftler an der Uni in Maastricht belegen zudem, dass der regelmäßige Hausputz schlank macht, weil noch mehr Kalorien verbrannt werden. Sixpack in Sicht, Leute, ich mache mich an die Arbeit. Schönes Wochenende.