Von Jens F. Meyer

Kleine Feste – in Hessisch Oldendorf werden sie regelmäßig gefeiert und nächsten Donnerstag wieder. Ich finde das super. Bei kleinen Festen ist die Erwartungshaltung nicht so groß, bei kleinen Festen wissen alle, dass sie nicht bis in die Puppen bechern, sondern nur für eine begrenzte Zeit kultiviert. Nach kleinen Festen hat man keine Kopfschmerzen. Es erinnert mich an die französische Tradition des Apéritifs. Bisschen Prickelschlabber, begleitende Mümmelei, die nicht satt macht, nur glücklich, vielleicht noch ein zweites Gläschen, gute Gespräche – und nach zwei Stunden maximal au revoir. Bei meiner ersten Apéritif-Einladung in der Bretagne hatte ich ’s voll versaut.

Jedenfalls: Am nächsten Donnerstag heißt es „HO blüht auf“, und zwar für genau drei Stunden (16 bis 19 Uhr). Das erste „Kleine Fest“ von mehreren, die noch folgen und immer unter einem anderen Motto stehen. Nie länger als drei Stunden. Das ist toll. Ich habe viele kleine Feste viel lieber als ein großes, weil bei fetten Feten bisweilen schneller die Luft raus ist, als man denkt. Die kleinen Feierlichkeiten hingegen, mitten in der Woche und nicht traditionsbeladen zwischen Freitag und Sonntag gezwängt, wirken feiner und suggerieren uns: „Das machen wir bald wieder, ist doch kein Aufwand.“

Genau. Wer auch immer von mir zum Apéritif eingeladen wird, weiß jetzt Bescheid. Nach zwei Stunden ist Schicht. Bon week-end. Jens F. Meyer