Von Meike Schaper
Ein Koffer für die letzte Reise – was würden Sie, liebe Leser, mitnehmen? Was würde ich mitnehmen? Das frag ich mich, seit ich von der besonderen Ausstellung im Museum im Schloss Bad Pyrmont gehört habe (mehr auf Seite 1). Mein erster Gedanke: Meine Gitarren müssen mit! Wenigstens eine! Aber versuchen Sie mal, eine Elektrische, geschweige denn drei, in einen Koffer zu quetschen… Vielleicht klappt’s ja mit der Ukulele? Nein, die ist nur optisch nett anzuschauen, spielen kann ich sie gar nicht. Also keine Musik im Jenseits.
Nächster Versuch: Im Optimalfall lande ich im Schlaraffenland, wenn ich gestorben bin, aber was, wenn ich schon unterwegs, bevor ich das Jenseits erreiche, hungrig werde? Ein paar Chipstüten würden wohl Platz finden in meinem Reisegepäck. Aber das ist dann auch keine vollwertige Mahlzeit, also muss ich auch noch Burgerpatties und Pommes einpacken, jede Menge Schokolade und – na gut – ein paar Vitamine. Gibt es unterwegs wenigstens etwas zu trinken? Vielleicht lege ich zu den Nahrungsmitteln besser auch noch eine Flasche W…hiskey.
Aber wenn ich ganz ernsthaft darüber nachdenke, was ich nach meinem Ableben wirklich bei mir haben möchte, dann fallen mir meine Familie und meine liebsten Freunde sowie schöne Erinnerungen ein. Menschen passen aber nicht in den Koffer (wenn ich schon an Gitarren scheitere…) und Erinnerungen sind nicht greifbar. Außerdem werden viele liebe Menschen schon vor mir gegangen sein, die sehe ich auf der anderen Seite doch ohnehin wieder – oder? Was bleibt also noch? Gar nicht so einfach. Ich bin gespannt, welche Ideen die Menschen hatten, die ihren Koffer für die letzte Reise im Museum ausstellen. Da kann ich mir doch ein wenig Inspiration holen! Man will ja auch nicht unvorbereitet im Kosmos schweben…