Von Jens F. Meyer
So, Freunde, ich lass mir ja viel gefallen, der Benzinpreis ist mir schnuppe, und wenn’s drauf ankommt, bibber ich im kühlen Wohnzimmer beim sonntäglichen Tatort unter einer Wolldecke und gehe voll unsexy mit Socken und langer Unterhose pofen. Aber jetzt, da das Sonnenblumenöl zur Neige geht und der Rapsölpreis sich verdoppelt hat (!), sollen auch Kartoffelchips und Pommes deutlich teurer werden, was sie aufgrund schlechter Ernten ja schon im vergangenen Jahr getan hatten. Nee, nicht auch das noch; das Hüftgold für die Seele, der letzte Strohhalm, mit dem ich mich in diesem verdammten Katastrophenmeer aus Corona- und Kriegssorgen noch psychisch irgendwie über Wasser halten konnte – weg!
Komme mir jetzt bloß niemand mit ’ner Heißluftfritteuse. Pommes ohne Fett zubereitet schmecken wie … wie … wie erwärmte Kartoffelchips. Nix als heiße Luft eben, kennt man ja. Ich will volles Brett Fett! Ich will das gute Zeugs, das ich mir schon früher in den Schulpausen am Schiller-Gymnasium beim Imbiss gleich gegenüber reingepfiffen habe, als von Millionen teuren Mensen für Pennäler nicht im Entferntesten die Rede war. Triefend, rot und weiß garniert, und dicker als die Kids von heute war ich auch nicht. Kann doch alles nicht wahr sein, oder? Wieso gibt‘s keinen Raps, weshalb nicht genug Sonnenblumen? Pommes und Chips, das sind Grundnahrungsmittel. Weizen? Ach, weg doch, wer braucht denn so was … Ich träume von Sonnenblumenfeldern, die bis zum Horizont reichen. Und dahinter geht’s weiter. Schönes Wochenende!